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Wie erkennt man guten Vinylboden

Vinylböden sind in ihren Ausführungen sehr divers und können sich in ihrem Preis teilweise stark voneinander unterscheiden. Entsprechend schwierig kann es bei dem ganzen Angebot sein, einen guten Vinylboden zu finden. Wer keine Fachberatung in Anspruch nehmen möchte oder sich auf diese vorab vorbereiten will, kann sich mit den technischen Daten und deren Bedeutung vertraut machen.

Je nach Hersteller können sich der Aufbau und der Inhalt der technischen Daten teilweise unterscheiden. Fehlen einem Informationen, können diese beim jeweiligen Hersteller oder uns als Händler angefragt werden.

Die relevantesten Daten zur Erkennung eines guten Vinylbodens:


  • Nutzschicht
    Sie ist neben der Nutzungsklasse der einfachste Weg, die Belastbarkeit in Erfahrung zu bringen. Die Nutzschicht stellt den obersten Teil des Bodens dar beziehungsweise den Teil, der täglich genutzt wird und verschleißt. Je dicker die Nutzschicht, desto robuster ist die Oberfläche. In einem privaten Bereich kann eine Nutzschicht von 0,30 mm ausreichend sein. Liegt die Nutzschicht bei 0,40 mm, ist der Einsatz auch in gewerblich genutzten Bereichen möglich, also nicht nur daheim, sondern beispielsweise auch in Büros. Liegt die Nutzschicht bei 0,5 mm oder höher, ist sie besonders dick und widerstandsfähig und kann sogar in einigen industriellen Bereichen eingesetzt werden. Prinzipiell gilt: Eine dickere Nutzschicht als nötig ist unproblematisch und kann eine längere Verwendbarkeit des Bodens herbeiführen, geht aber in der Regel mit höheren Anschaffungskosten einher. Andersherum sollte aber kein Vinyl mit niedrigerer Nutzschicht als nötig angeschafft werden, da dieser den Belastungen möglicherweise nicht lange standhalten wird.

  • Nutzungsklasse
    Die Nutzungsklasse kann gemeinsam mit der Nutzschicht oder anstelle dieser geprüft werden, um die Belastbarkeit des Bodens in Erfahrung zu bringen. Da es sich bei der Nutzungsklasse um eine verpflichtende Angabe für viele Bodenbelagsarten handelt, ist sie auch super geeignet, um unterschiedliche Bodenbelagsarten miteinander zu vergleichen, etwa einen Laminat mit einem Vinyl.

    Die Nutzungsklassen beginnen bei 21 und hören bei 43 auf und stehen dafür, in welchen Bereichen ein Boden verlegt werden kann. Je höher diese ist, desto belastbarer ist der Boden. Auch hier kann eine höhere Klasse als nötig beschafft werden, jedoch ist von einer niedrigeren Klasse als nötig abzusehen.

    Die erste Zahl gibt Auskunft über den Bereich, die Zahl "2" steht für private Bereiche, die Zahl "3" für gewerbliche Bereiche und die "4" für leichtindustrielle Bereiche. Die zweite Zahl für die Intensität der Nutzung. "1" für eine leichte Nutzung, "2" für eine mittlere Nutzung und "3" sowie "4" für eine intensive Nutzung. Also ob der Boden z. B. in einem privaten Schlafzimmer, im viel genutzten Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses oder etwa in einem Hotel liegen kann.

    Es gibt die folgenden Klassen:
    Nutzungsklasse 21: Leicht genutzter Privatbereich wie etwa Schlafzimmer
    Nutzungsklasse 22: Normal genutzter Privatbereich wie etwa ein Hobbyraum
    Nutzungsklasse 23: Intensiv genutzter Privatbereich wie etwa ein Flur

    Nutzungsklasse 31: Leicht genutzter gewerblicher Bereich wie etwa Aufenthaltsräume
    Nutzungsklasse 32: Normal genutzter gewerblicher Bereich wie etwa Büros
    Nutzungsklasse 33: Stark genutzter gewerblicher Bereich wie etwa Hotels
    Nutzungsklasse 34: Sehr stark genutzter gewerblicher Bereich wie etwa Flughäfen

    Nutzungsklasse 41: Leicht genutzter leichtindustrieller Bereich wie etwa Feinmechanik-Werkstätten
    Nutzungsklasse 42: Normal genutzter leichtindustrieller Bereich wie etwa Lagerräume
    Nutzungsklasse 43: Stark genutzter leichtindustrieller Bereich wie etwa Produktionshallen

  • Gütesiegel/Zertifikate
    Unabhängige Gütesiegel oder offizielle Zertifikate können Aufschluss über die Wohngesundheit des Bodens und seine Auswirkungen auf die Umwelt geben. Kennt man sich hier nicht aus, ist es ratsam, zunächst Recherche zu betreiben, um mehr über die jeweiligen Auszeichnungen in Erfahrung zu bringen.

Weitere Informationen zur Erkennung eines guten Vinylbodens:


  • Klicksystem (bei Klick-Vinyl)
    Es gibt unterschiedliche Klicksysteme. Je nachdem, welches beim Vinyl zum Einsatz kommt, kann sich die Verlegung unterscheiden und leichter oder umständlicher ausfallen. Da es viele verschiedene Klicksystem gibt, wie etwa das "Dropdown" oder "5G-Klicksystem", kann man sich hier informieren, wenn mehrere Böden in die engere Auswahl gekommen sind.

  • Gesamtdicke
    Im Gegensatz zu anderen Bodenbelagsarten wie dem Parkett ist die Gesamtdicke eines Vinyls nicht ausschlaggebend für die Belastbarkeit des Bodens. Sie sollte dennoch im Blick behalten werden, um zu prüfen, ob Türen angepasst werden müssen oder der vorherige Bodenbelag bestehen bleiben kann. Auch ist die Dicke relevant, wenn es einen Übergang zwischen zwei Räumen mit unterschiedlich hohen Böden geben soll, um zu prüfen, ob der Höhenunterschied nicht zu stark ausfällt.

  • Lichtechtheit
    Bodenbeläge können bei Sonneneinstrahlung farblich verblassen. Die Lichtechtheit wird durch die Wollskala angegeben, die von 1 bis 8 reicht. Es gilt: Je höher, desto besser. Oft liegt der Wert bei „6“ und zeigt, dass der Boden direkter Sonneneinstrahlung gut standhalten kann.

  • Stuhlrolleneignung
    Hier steckt die Erklärung bereits im Namen. Es wird angegeben, ob der Boden für Stuhlrollen geeignet ist und unter welchen Bedingungen diese Eignung gilt, also ob beispielsweise nur eine Eignung für Gummirollen ausgesprochen wird, um den Boden nicht zu verkratzen.

  • Brandverhalten
    Bei diesem Wert wird angegeben, wie sich der Boden im Falle eines Brands verhält. Üblicherweise sind die Angaben Bfl-s1 oder Cfl-s1 anzutreffen. Diese beschreiben, dass der Bodenbelag schwerentflammbar ist und nur eine geringe Rauchentwicklung aufweist.

  • Rutschhemmung
    Auch hier ist die Bedeutung namensgebend und zeigt, wie rutschig die Oberfläche ist. Angegeben wird normalerweise ein Wert der DIN 51130 oder der EN 14041. Die Skala der DIN 51130 reicht von R9 bis R13 und es gilt erneut: Je höher, desto besser beziehungsweise rutschhemmender. Zu beachten ist aber, dass Werte ab R11 die tägliche Reinigung erschweren können, da die Oberfläche besonders rau ist und Staubsauger sowie Bodenwischer eher schwer über den Boden zu bewegen sind. Bei der Norm EN 14041 wird in der Regel der Wert „DS“ angegeben, dies steht für eine rutschhemmende Oberfläche. Zur besseren Bewertung dieser Werte ist ein Besuch im Geschäft oder die Beschaffung einer Probe des Bodens ratsam, um die Oberfläche zu berühren und in dieser Hinsicht besser bewerten zu können. Ist der Wert beim aktuellen Bodenbelag bekannt, kann aber auch dieser für einen Vergleich herangezogen werden.

  • Formaldehydklasse
    Hier geht es um die Wohngesundheit. Formaldehyd ist ein in der Produktion häufig genutzter Stoff, der als gesundheitsgefährdend gilt. Er tritt als Gas aus und gelangt in die Raumluft. Achten Sie auf die Klasse „E1“ nach EN 717-1, da nur diese Klasse in Deutschland zugelassen ist.

  • Synchronprägung
    Es handelt es sich hierbei um eine Produktionsweise, die den Boden besonders realistisch aussehen lässt, wenn zum Beispiel eine Holzoptik imitiert wird. Hier wird die Oberfläche nämlich an die Optik angepasst, sodass jeder Ast und Riss nicht nur sichtbar sondern auch spürbar ist.

  • Fußbodenheizung
    Stellt dar, ob der Boden für eine Fußbodenheizung geeignet ist und unter welchen Bedingungen. Oft wird angegeben, dass der Boden für eine warmwasserbetriebene Fußbodenheizung geeignet ist, wenn diese eine Temperatur von 27 °C nicht überschreitet.

  • Wärmedurchlasswiderstand
    Auch diese Angabe bezieht sich auf die Fußbodenheizung. Der Wert wird in m²K/W angegeben und setzt sich zusammen aus der Dicke des Bodens und dessen Wärmeleitfähigkeit. Er beschreibt, wie schnell sich ein Boden bei einer Fußbodenheizung erwärmt. Hier heißt es: Je niedriger der Wert, desto besser. Zu beachten ist, dass ein Wert von 0,15 m²K/W bei einer Fußbodenheizung nicht überschritten werden darf.

  • Phthalatgehalt
    Bei diesem Wert wird beschrieben, ob der Boden sog. Phthalate enthält. Das sind Weichmacher, die als gesundheitsschädigend gelten. An sich gilt, dass ein Vinyl immer mit Weichmachern produziert werden muss, da das eingesetzte Polyvinylchlorid ansonsten zu spröde ist, um einen Boden daraus herzustellen. Doch ist das Weglassen von Phthalaten in der Herstellung ein gutes Zeichen für die Wohngesundheit des Bodens. Allerdings ist das ein Wert, der leider nicht von jedem Hersteller im Datenblatt angegeben wird, sondern manchmal separat angefragt werden muss. Hervorzuheben ist hier unser Produzent Tarkett, welcher den Phthalatgehalt erfahrungsgemäß immer ausschildert.

  • VOC Emissionswert
    Dies beschreibt die Innenraumluftqualität und damit die Wohngesundheit. Es wird der vom Fußboden emittierte Wert sogenannter VOCs (flüchtige organische Verbingungen) angegeben. Er wird anhand der EN 16516 bestimmt und sollte so niedrig wie möglich sein.
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